Schweizer Ski-Nationalmannschaft für Hörbehinderte und Gehörlose

 

Herzlich willkommen beim "swiss deaf ski team"

Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über die Schweizer Nationalmannschaft der Gehörlosen. Gerne informieren wir Sie auf unseren Seiten über unser Team, unsere Aktivitäten und die erreichten Resultate. Ebenso geben wir Ihnen einen Einblick in die "Welt der Stille" und hoffen, möglichst viele Fragen zur Gehörlosigkeit beantworten zu können.

 

   

Blick vom 14. Januar 2016

Mehr als eine halbe Seite widmete "uns" heute der Blick: Schöner Bericht über Philipp und sein Engagement als Vorfahrer am Lauberhorn 2016. Am 18. Januar 2013 hat bereits das Schweizer Fernsehen einen tollen Bericht über Philipp gemacht und nun also auch der Blick. Die Lauberhornrennen scheinen eine sehr gute Plattform für den Gehhörlosensport und Philipp zu sein.

An dieser Stelle auch ein grosses Dankeschön an das OK der Lauberhornrennen, welches Philipp seit seiner ersten Teilnahme immer wieder fürs Vorfahren an Europa- und Weltcup einlädt.

Danke auch an die Berichterstatter des "Blick", Marcel W. Perren und Sven Thomann

Bericht anschauen >>> Media/Zeitungsberichte

 

 

Vorfahren am Weltcup 2016 in Wengen

Philipp darf wieder als Vorfahrer in Wengen agieren. Bereits am Europacup wäre sein Einsatz als Vorfahrer geplant gewesen, doch diese Rennen mussten leider abgesagt werden. Nun steht der Weltcup auf der "längsten Abfahrtsstrecke der Welt" kurz bevor. Auch heuer werden die Passagen Hundschopf, Minschkante, Kernen-S, Haneggschuss und Ziel-S unseren Philo fordern...

 

Dienstag und Mittwoch, 5./6. Januar 2016
Training mit den Super-Elchen im Skirennzentrum

Ein ganz besonders spezielles Training durften wir Anfangs Januar 2016 erleben: Zusammen mit den Norwegern Svindal, Jansrud und Kilde konnten wir 2 Tage Slalom und Riesenslalom trainieren. Dabei geht ein grosses "Dankeschön" an die beiden Reto's: Reto Nydegger, Trainer des norwegischen Speedteams und an Reto Schläppi, Leiter des Skirennzentrum Hasliberg.

Besser kann man in die Trainings-/Rennsaison 2016 nicht starten! Da musste keiner extra motiviert werden... Selbst dann, wenn Slalom nicht unbedingt die Lieblingsdisziplin von Roli und Philo ist.

 

8.-11.Oktober 2015
Zurück in Saas Fee, erstmals auf Ski seit Deaflympics 2015 in Russland

Nach den Deaflympics 2015 viel Philo in eine echte Motivationskrise: 8 Jahre hat er auf diese olympischen Spiele hingearbeitet. Alles hat er seinem grossen Ziel "Abfahrtsgold" untergeordnet. Neben seiner Arbeit hat Philo wirklich hart trainiert und alles getan, um an den Deaflympics erfolgreich zu sein. Dazu gehörten viele Einheiten Kraft und Ausdauer, das Vorfahren bei den Lauberhornrennen, Techniktraining auf der Indoorskianlage (Teppich, Interlaken), Materialtests, Bootfitting und viele Trainingslager in Saas Fee. Zwischenzeitlich sorgte auch noch eine Rückenverletzung für einen herben Dämpfer auf dem Weg zum Gold.

Eigentlich sollten ja 2011 olympische Spiele, Deaflympics, in der Slovakei stattfinden. Am Abend vor der Abreise, alles war gepackt und bereit, kam dann die Hiobsbotschaft: Die Spiele sind abgesagt! Ein niederschmetternder Bescheid aus der Slovakei und seither die ständige Ungewissheit, wann und wo internationale Wettkämpfe stattfinden. Schon damals ein echter Motivationskiller und die Frage, wozu mach ich das alles?

Nach der Rückkehr aus Russland folgten also 185 Tage ohne "Schneekontakt". Eine lange Zeit, in der es galt, die Dinge zu ordenen, sich Gedanken über die Zukunft zu machen und die entscheidende Frage: Fahre ich weiter Ski oder nicht? Unter dem Motto "Alles darf, nichts muss" starteten wir den Versuch und begaben uns auf den Schnee. Der erste Tag und unterwegs mit Slalomskiern war noch etwas durchwachsen und ein bisschen lustlos. Erst am zweiten Tag (auf RS-Ski) kehrte der Spass und das gute Gefühl zurück - Geniessen war angesagt.

Auch in den Toren haben wir uns versucht. Zusammen mit dem Telemarkteam konnten wir, wie gewohnt, ein paar Tore fahren und dies klappte tip top. Kein Druck, kein Muss, keine Frage nach Anzahl Läufe/Tore - einfach nur Skifahren.

Weitere Trainingslager werden folgen...

 

18th Winter-Deaflympics RUSSIA, Khanty-Mansiysk/Magnitogorsk - Bannoe
Ein Team, ein Ziel: GOLD in der Abfahrt

Montag, 23.3.2015
Die letzten Vorbereitungen (Skitests) fanden auf der Axalp statt.

Donnerstag, 26.3.2015
Abflug von Zürich, über Moskau nach Surgut. Danach 4-stündige Busfahrt nach Khanty-Mansiysk, dem Hauptaustragungsort der Spiele. Es war sehr kalt: -20 Grad waren tagsüber keine Seltenheit... Akkreditierung und Stadtbesichtigung - ohne Ausweis kommst Du nirgens hin!

Samstag, 28.3.2015
Tag der Eröffnungsfeier und Vorbereitung für den Transfer nach Magnitogorsk. Die Eröffnungsfeier ware sehr schön und eindrücklich. Danach die Hiobsbotschaft: Unser Team wurde von 6 auf 4 Personen verkleinert, wegen Platzproblemen im Flugzeug. Unglaublich...

Sonntag, 29.3.2015
Am Flughafen von Khanty-Mansiysk erhieletn wir die Nachricht, dass nun doch eine Person mehr mitfligen darf. Toni Koller musste aber in Khanty zurückbleiben. Das Flugzeug war bis auf den letzten Platz voll, fürs Gepäck hatten sie zuwenig Kapazität. Dies sollte per Lastwagen transportiert werden.
Schöner Empfang auf dem Flughafen von Magnitogorsk. Fahrt zur Unterkunft mit polizeilichem Geleitschutz. Eröffnungsfeier im Skigebiet auch sensationell. Erste Besichtigung der Abfahrtsstrecke (ich war Kurssetzer) absolvierten wir mit Mietski und Mietschuhen und der Bekleidung des tschechischen Trainerteams. Super Wachsräumlichkeiten.

Montag, 30.3.2015
Der erste Trainingstag viel wegen des Materialtransports aus: der Lastwagen hatte unterwegs noch eine Panne!!! Unser Gepäck war immer noch nicht da, die Kursetzung haben Marcel und ich wiederum mit den Mietsachen und den tschechischen Kleidern vorgenommen. Ruth, Hansueli und Philo blieben im Olympiadorf und warteten aufs Gepäck...

Dienstag, 31.3.2015
Philo dominiert das Training zur Abfahrt. Kurzer Konditraining und ab ins Bett. Morgen ist der grosse Tag...

Mittwoch, 1.4.2015
Philo gewinnt sein lang ersehntes Abfahrtsgold. Nach 8 Jahren intensivem Training - endlich die Belohnung und Ziel erreicht. 3'000 Zuschauer verfolgten das Rennen. Dann kurze Rangverkündigung, die Medaillenübergabe findet erst in Khanty-Mansiysk statt. Dopingkontrolle und Slalomtraining für die Kombination.

Donnerstag, 2.4.2015
Super-G und Kombination: Philo gewinnt 2x Silber, doch er klagt über Grippe und fühlt sich kraftlos - Schade.

Freitag, 3.4.2015
Die Grippe macht sich arg bemerkbar. Philo kann im Riesenslalom nicht seine Bestleistung abrufen und muss sich mit Platz 5 begnügen. Danach Gepäckverlad und ab ins Flugzeug nach Khanty-Mansiysk für den abschliessenden Slalom. Pro Person waren nur 20kg Gepäck plus 5 kg Handgepäck erlaubt. Der Rest wurde wiederum per Lastwagen transportiert. Wir hatten nur das nötigste dabei und reisten in Skibekleidung, damit wir zumindest die Slalomskis mitnehmen konnten...

Samstag, 4.4.2015
Freier Tag. Besuch anderer Sportarten (Curling, Langlauf, Eishockey). Am Abend fanden noch die Medaillenübergaben von Abfahrt, Super-G, Superkombination und Riesenslalom statt. Endlich konnte Philo seine Medaillen in Empfang nehmen.

Sonntag, 5.4.2015
Slalomtag: wir sind der Meinung, dass dieses hin und her nur ein "Murks" war. Der Slalom hätte besser in Magnitogorsk stattgefunden. Zumal auch die Temperaturen viel zu hoch waren, um ein hochstehendes Rennen durchzuführen. Die Piste war viel zu weich und der Slalomhang war auch sehr kurz, ja zu kurz...
Rückreise fand am Abend statt, 4 Stunden Busfahrt nach Surgut und wir haben zu aller Unglück noch einen falschen Skisack dabei: Unser Sack mit 4 Paar Rennski blieb im Hotel, dafür hatten wir die Ski eines US-Sportler dabei...

 

Ausführlicher Bericht als pdf herunterladen (44 MB) >>>

 

 

Training im Skirennzentrum Meiringen-Hasliberg

Vom 9.2.-11.2.2015 konnten wir in Meiringen-Hasliberg im Skirennzentrum otpimal trainieren. Das Wetter war auf unserer Seite und Philo konnte gut von 2 Tagen RS und 1 Tag SL profitieren. Am Mittwoch erhielten wir noch Besuch von der Presse: Patrick Gasser von der Jungfrau Zeitung hat sich die Zeit genommen, uns beim Training zuzuschauen. Den Bericht könnt Ihr einerseits in unserer Bildergallerie anschauen, oder aber direkt die Online-Ausgabe der Jungfrauzeitung anklicken...

>>> Jungfrau Zeitung inkl. Video

Nur noch 40 Tage...

...und es geht endlich wieder um Medaillen. Die letzten Spiele sind bereits 8 Jahre her (USA, Salt Lake City) und wir sind hungrig auf Olympische Medaillen. Nachdem ja im Jahre 2011 die Spiele in der Slowakei abgesagt wurden, freuen wir uns jetzt so richtig auf die Olympischen Spiele für Gehörlose in Russland. Noch rund sieben Tage Training, und etwa 7-8 Wettkämpfe (Rennen), verteilt auf die nächsten 5 Wochen, verblieben uns, um die restlichen Vorbereitungen zu treffen und in Hochform zu kommen...

 

 

 

Vorfahren am Europacup 2015 in Wengen

Philipp nimmt wieder als Vorfahrer am Europacup in Wengen teil. Die Strecke ist zwar kürzer als die Originalstrecke, beinhaltet aber die schwierigen Abschnitte wie Hundschopf, Minschkante und Kernen-S. Die Fahrzeit beträgt rund 1 Min. 30 Sek. und ist das optimale Abfahrtstraining für Philipp. Auch heuer absolvierte Philipp die Strecke mehrmals und fühlt sich (endlich) wieder wohl im Speedbereich.

 

Swiss Indoor skiing - Interlaken

Anfangs Dezember wird es immer schwierig, geeignete Trainingsorte zu finden. Die Gletschersaison ist zu Ende, die meisten Skigebiete haben aber noch nicht genügend Schnee. Da ist guter Rat teuer. Wie wärs zum Beispiel mit Indoor-Skiing?

In Interlaken gibt es eine Indoor-Ski-Anlage. Ein sich bewegender Teppich macht es möglich, auf der verstellbaren Rampe zu trainieren. Ein sehr gutes Hilfsmittel, um technische Fehler zu korrigieren, da man sich selber permanent im Spiegel beobachten kann. 6 Trainingseinheiten haben wir so absolviert - wetter- und schneeunabhängig.

 

Super-G Training mit Skicrossteam Canada

Ein ganz spezielles Training durften wir heuer mit dem Skicrossteam Canada erleben: Auf der Super-G-Strecke in Saas Fee konnten wir einen Tag lang sehr gut trainieren. Da es dort aber keinen Lift gibt, wurden wir jeweils mit dem Pistenfahrzeug an den Start gefahren - ein super Tag!

 

Saas Fee, Herbst 2014

Wie jedes Jahr bieten sich uns in Saas Fee beste Trainingsbedingungen. A dieser Stelle danken wir allen, die uns in Saas Fee immer so toll unterstützen: Hotel Alpin, Bergbahenen Saas Fee, Drehrestaurant Three Sixty, Swiss Telemark Team, Swiss Skicross Team

Zum ersten Mal in diesem Jahr war auch Dany Müller mit dabei. Sein erstes Trainingslager auf dem Gletscher, in 3500 müM. Wir hoffen, dass Dany weiterhin mit uns trainiert und bald schon in die Fussstapfen von Philipp tritt. Wir brauchen dringend Nachwuchsfahrer...

 

Sturz beim Super-G Training in Brigels

Philipp stürzt beim Super-G in Brigels schwer und bricht sich den 6. Brustwirbel - Saisonende!

Glück im Unglück: Der Bruch des Wirbels ist stabil und nicht verschoben. Es ist keine Operation nötig, aber es steht ein langer Leidensweg vor Philipp: Schonen, kein Training, kein Arbeiten und zu allem die Frage "Werde ich wieder Skifahren?"

Antwort darauf kann nur die Zeit geben und es braucht Geduld, Geduld, Geduld... Da wäre ja immer noch der Traum einer Goldmedaille an den Deaflympics 2015 in Russland...

 

 

Philipp Steiner auch im 2014 am Lauberhorn

Heuer war Philipp für zwei Wochen am Lauberhorn. Er durfte als Vorfahrer am Europacup und am Weltcup teilnehmen. Eine Schrecksekunde mussten wir an der Europacupabfahrt vom Samstag erleben: Philipp stürzt in der Kompression nach dem Hundschopf. Er kam mit einigen starken Prellungen davon, erlitt aber ansonsten keine schweren Verletzungen.

Der Schock war jedoch gross und wir wussten nicht, ob er am Weltcup 3 Tage später teilnehmen kann. Philipp hat sich aber gut erholt und ist bei den Weltcuprennen bereits wieder angetreten...

Ein besseres Abfahrtstraining kann mann sich nicht wünschen, als hier in Wengen zwei Wochen lang im Einsatz zu stehen.

 

 

Europacup Gesamtwertung 2013

Zum Abschluss einer sehr erfolgreichen Skisaison gewinnt Philipp Steiner erstmals die Gesamtwertung im Europacup. Roland Schneider wird Gesamt-Dritter. Der GSC St. Gallen gewinnt zudem auch noch die Mannschaftswertung.

Details finden Sie auf der Europacupseite >>>

 

 

Die erste WM für Hörbehinderte (23. Februar - 2. März 2013 in Nesselwang Deutschland) ist vorbei. Philipp Steiner gewinnt 5 Medaillen: 4x Gold (Abfahrt, Super-G, Superkombination und Riesenslalom) und 1x Bronze (Slalom). Damit ist er der erfolgreichste Teilnehmer der WM und schreibt Gehörlosensportgeschichte.

Tägliches Protokoll der WM in Nesselwang, Deutschland

Montag, 18.2.2013
Abfahrt in Meiringen um 10.45 Uhr. Danach nach Bönigen, Rolf abgeholt. Weiter nach Konolfingen um Philo abzuholen. Fahrt nach Olten, wo wir die Funkgeräte zur Neuprogrammierung abgegeben haben. Weiterfahrt nach Nesselwang. Bezug der Unterkunft in Maria-Rein, unter dem Namen „Familie Pechous“. Sehr kalt und ein bisschen spartanisch eingerichtet. Im Dorf haben wir kein Nachtessen erhalten, da die Küchen schon geschlossen waren (21.00 Uhr).<br><br>

Dienstag, 19.2.2013
Besichtigung des Skigebietes Nesselwang und der Wettkampfstrecke: Wir waren zuerst doch recht enttäuscht, da die Strecke sehr kurz und einfach ist – leider. Trotz allem, der Beste wird gewinnen und die Voraussetzungen sind ja für alle gleich.
Freies Skifahren in mitten von gefühlten 5000 Touristen. Dennoch konnten wir das Gebiet gut kennenlernen. Anschliessend haben wir ein Schnellkrafttraining im Hotelgang gemacht: Kein Lärmproblem, da wir ja die einzigen Gäste waren!

Mittwoch, 20.2.2013
Skitest in Nesselwang. Philo hat seine 4 Abfahrtsskier getestet. Dazu musste er mit jedem Ski 3 Fahrten auf unserer Teststrecke absolvieren. Nach über zwei Stunden waren wir fertig, auch weil Rolf die Super-G-Skis getestet hat. Danach sind wir ins Hotel gefahren, haben den Bus beladen und sind ins Lympicdorf umgezogen. Hansuli hat sofort mit Wachsen der Abfahrt/SGS-Skis begonnen. Da wir keine Trainingsstrecke in Nesselwang erhalten, gehen wir morgen nach Unterjoch zum Riesenslalomtraining.

Donnerstag, 21.2.2013
In Untejoch fanden wir eine sehr gute Trainingsstrecke, leider ein bisschen weich, nicht verwunderlich nach den erfolgten Schneefällen. Wir konnten super trainieren, Philo hat 2x5 Trainingsläufe à 24 Tore (240 Tore) gefahren. Wichtig war nicht die Quantität, sondern die Qualität. Training erfüllt, am Nachmittag nochmals Schnellkrafttraining im Lympicdorf. Super Tag, viel Spass gehabt!

Freitag, 22.3.2013
Nochmals Training in Unterjoch. Die heutige Strecke wurde letzten Winter auch von den swissski-Damen gebraucht. Die Strecke war etwas steiler als gestern und auch etwas härter. Wiederum war das Ziel Qualität in den einzelnen Läufen. Nochmals 240 Tore absolviert. Im Konditionsbereich Rumpfkraft in Kombination mit Gleichgewicht gemacht.
Erste Mannschaftsführersitzung um 17.00 Uhr: morgen findet auf der Rennstrecke ein Jugenskitag statt! Die zur Verfügung gestellte Trainingsstrecke erlaubt einen Slalom mit max. 20 Toren oder einen Riesenslalom mit max. 8-10 Toren – das gefällt uns gar nicht. Wir gehen ins benachbarte Skigebietchen (Buron) und hoffen, dort während 2-3 Stunden mit Super-G und Abfahrtskis zu fahren (ohne Tore)…

Samstag, 23.2.2013
Im Skigebiet Buron fanden wir ganz ähnliche Begebenheiten vor, wie in Nesselwang: Steilheit und Geländeübergänge entsprechen den Bedingungen auf der Rennstrecke. Es hatte nur wenig Leute auf der Strecke und Philo konnte jeweils 4 Fahrten auf Abfahrt- und Super-G-Ski absolvieren. Die Fahrzeit war etwas lang und wir mussten nach insgesamt 8 Fahrten das Training beenden, damit sich Philo nicht auspowered und übersäuert. Es war eine sehr gute Entscheidung, nach Buron zu fahren (2km von der Unterkunft entfernt), in Nesselwang herrschte das totale Chaos und man konnte kaum sinnvoll trainieren, schon gar nicht Freifahren mit den langen Skiern.

Sonntag, 24.2.2013 – erstes Abfahrtstraining
Das Programm beginnt sehr früh! Da die Strecke möglichst bald für die Touristen frei gegeben werden soll, müssen wir alles in den frühen Vormittag verlegen. Tatsächlich wird die Strecke nach dem Rennen abgeräumt und geöffnet, damit die Gäste die Piste nutzen können. Morgen beginnt also alles wieder von vorne, auch die Pistenverhältnisse werden so nicht besser, da heute Abend wiederum mit der Maschine präpariert wird.
Philipp gewinnt den ersten Trainingslauf, wird im zweiten mit einem Rückstand von 0.08 Sekunden zweiter. Er hatte einen kleinen Fahrfehler im Mittelteil und wir haben absichtlich nicht den schnellsten Ski genommen für den zweiten Lauf. Der schnellste Abfahrtsski steht sowieso noch im Wachsraum und kommt erst morgen zu Einsatz. Philipp geht als Favorit an den Start…

Montag, 25.2.2013 – WM Abfahrtsrennen
Schönstes Wetter, ziemlich kalt. Die Besichtigung läuft gut, wir haben aber gemerkt, dass einige Tore nicht ganz genau dort stehen, wo sie gestern waren. Der Abfahrtskurs wurde dadurch noch etwas schneller als am Vortag im Training. Eigentlich dürfte das auf einer Abfahrt nicht passieren.
1. Lauf: Philipp startet mit Nummer 18 und legt eine klare Bestzeit hin: mit 1.01.03 liegt er 0.64 sek vor Philipp Eisenmann. Im zweiten Lauf wurde anhand der Zeiten aus dem ersten Lauf gestartet: Philo musste als Führender als letzter auf die Strecke: Ihm gelingt wiederum ein super Lauf und mit 1.01.02 ist er sogar noch ein Tick schneller als im ersten Lauf. Dies gelang sonst keinem Fahrer der Top 5 und somit wurde Philo klar Weltmeister in der Abfahrt. Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten betrug schliesslich 1.93 Sekunden.

Der erste Weltmeister der Gehörlosenskigeschichte heisst also Philipp Steiner, Schweiz! Bravo!

Gute Vorbereitung (lang-, mittel- und kurzfristig), nahezu fehlerlose Fahrten und super schnelles Material (Salomon) haben zu diesem Erfolg geführt.

Dienstag, 26.2.2013 – WM Super-G
Philipp gewinnt auch im Super-G Gold. Er deklassierte die Konkurrenz und gewinnt mit einem grossen Vorsprung (1.63 Sek.) vor Nicolas Sarramejean und Christoph Lebelhuber. Der lange Unterbruch (Sturz eines russischen Sportlers) brachte Philo nicht aus der Ruhe und er fährt trotz nicht optimalen Bedingungen die klare Bestzeit. Unser Servicemann Hansueli Forrer hat grossen Anteil an dieser Medaille: während der Unterbrechung begann es zu schneien und Hansueli hat reagiert und die Ski den neuen Bedingungen angepasst – Super!

Mittwoch, 27.2.2013 – WM Superkombination
Die Superkombination findet zwischen Super-G und Slalom statt, wobei der Slalom als Nachtslalom ausgetragen wird. Philipp führt nach guter Fahrt im Super-G: er ist nicht ganz zufrieden, da sein Vorsprung lediglich 1.2 Sekunden beträgt. Er hat gehofft, ein grösseres Polster für den Slalom herauszufahren.
Nach dem Super-G haben wir uns im Nachbarskigebiet optimal auf den Slalom eingestellt und in flachem Gelände Slalom trainiert. Die ersten 20 Sekunden im Slalom waren sehr flach und es galt, möglichst viel Tempo mitzunehmen. Philo gelingt dies optimal und fährt Laufbestzeit bei den Herren (als Letztstartender!) also: Weltmeister in der Superkombination!

Donnerstag, 28.2.2013 – Freier Tag
Um den gewohnten Rhythmus nicht zu verlieren, sind wir am Morgen zu gewohnter Zeit ins Skigebiet gefahren und sind 5x über die Rennstrecke gefahren > freies Techniktraining Riesenslalom (ohne Tore). Danach haben wir den Nachmittag in Kempten bei einer Shoppingtour verbracht.
Eine letzte Einheit Koordination/Kondition um halb vier sollte uns den letzten Schliff für den bevorstehenden Riesenslalom geben…

Freitag, 1.3.2013 – WM Riesenslalom
Wir machten uns auf zur „Sorgendisziplin“ Riesenslalom. Philipp liebt RS, doch er konnte erst ein einziges Europacuprennen im RS für sich entscheiden. Favorit in dieser Disziplin ist klar Christoph Lebelhuber (AUT). Philipp gelingt ein guter erster Lauf und setzt sich mit 0.27 Sek. Vorsprung an die Spitze, gefolgt von Christoph. Das Gelände liegt Philo, es ist schliesslich die gleiche Strecke wie Abfahrt und Super-G.
Im recht schnell gesteckten zweiten Lauf überzeugt Philo erneut und nimmt Christoph Lebelhuber eine Sekunde ab, gewinnt somit auch dieses Rennen – 4. Goldmedaille… Wahnsinn!

Samstag, 2.3.2013 – WM Slalom
Philo erreicht im ersten Lauf den 3. Platz: Nicolas Sarramejean führt vor David Pelletier (beide FRA). Der Rückstand auf Silber beträgt 0.11 – auf Gold 0.21 Sekunden. Die Chancen auf die 5. Goldmedaille sind immer noch intakt. Sollte Philo im 2. Lauf noch zusetzen und einen Traumlauf hinlegen, dann könnte auch dies noch klappen, schliesslich hat er im Kombislalom ebenfalls Bestzeit gefahren.
Die Franzosen geben sich aber im zweiten Lauf keine Blösse: beiden gelingt ein guter Lauf, Nicolas sogar ein „Traumlauf“. Er gewinnt überlegen vor David und Philo behält den dritten Platz. Super, unsere 5. Medaille – wer hätte das vor der WM gedacht!

 

 

Sportaktuell vom 18. Januar 2013

Das Schweizer Fersehen hat einen Beitrag über Philipp Steiner ausgestrahlt. Besten Dank für die tollen Bilder und die symphatische Berichterstattung...

 

   

 

Philipp Steiner am Lauberhorn

Die Woche vom 14. - 20. Januar 2013 war das Highlight in der Karriere von Philipp Steiner: er durfte an den Internationalen Lauberhornrennen als Vorfahrer teilnehmen. Die Herausforderung war sehr gross und forderte auch eine gehörige Portion Mut: noch nie ist Philipp auf einer ähnlich anspruchsvollen Strecke gefahren.

Das erste Training fand auf der verkürzten Strecke (Kombinationsabfahrt) statt, mit Start oberhalb des legendären Hundschopfs, tags darauf dann die ganze Strecke ab dem Originalstart. Philipp erledigte die Aufgabe hervorragend und startete jeweils als erster Vorfahrer in der Kombinationsabfahrt am Freitag und der Lauberhornabfahrt vom Samstag. Er meisterte alle schwierigen Stellen mit den klingenden Namen "Russisprung", "Hundschopf", "Minschkante", "Canadien-Corner", "Kernen-S", "Haneggschuss", "Silberhornsprung" und "Ziel-S" und gelangte jeweils sicher ins Ziel.

Dass ein Gehörloser Skifahrer die längsten Weltcupabfahrt als Vorfahrer bestreitet, hat ein grosses Medien-Echo ausgelöst. Viele Zeitungen wollten ein Interview mit Philipp machen und sogar das Schweizer Fernsehen hat einen Bericht im Sportaktuell gesendet - wow!

Philipp hat sich in dieser Woche sicher auch das nötige Selbstvertrauen für die WM in Nesselwang geholt.

 

Die Europameisterschaften sind vorbei - mit 6 Medaillen für die Schweiz

Rückblick auf die vergangene EM

Die Vorbereitungen für die Europameisterschaften konnten nicht besser laufen: alle Trainingslager auf dem Gletscher konnten vollumfänglich durchgeführt werden. In Saas Fee hatten wir keinen einzigen „Schlechtwettertag“ und konnten alle Einheiten/Tage wie geplant durchführen. Nur in Meiringen-Hasliberg zum Jahresbeginn 2012 mussten wir vorzeitig abbrechen und 2 Trainingstage streichen. Anfangs Februar in Davos hatten wir wieder die besten Bedingungen, jedoch war es „saukalt“ (-27 Grad). Die Verantwortlichen in Pischa haben uns die Rennstrecke der EM für 4 Tage zur Verfügung gestellt, was sehr optimal war im Hinblick auf die EM im eigenen Land. Wir konnten den Heimvorteil voll nutzen.

Mein Ziel (Christian Lehmann, Cheftrainer) war es, mindestens 3 Medaillen zu gewinnen. Insgeheim habe ich gehofft, dass wir den Medaillenrekord von Füssen (6 Medaillen) egalisieren können. Nach der enttäuschenden EM in Seefeld, wo wir keinen Podestplatz erreichen konnten, war die Erwartung von 6 Medaillen ein sehr hohes und ehrgeiziges Ziel. Dass wir nun doch mit 6 Medaillen nach Hause gehen durften sprengte alle Erwartungen. Einziger Wehrmutstropfen – es war keine Goldene dabei. Der Umstand, dass der Italiener Giacomo Pierbon ebenfalls wieder am Start war, wertet die Klassierungen aber wiederum auf:

Im Abfahrtstraining lagen Philipp und Roland deutlich vor Giacomo. Leider ist es unseren „Boys“ nicht ganz geglückt, die Resultate ins Rennen mitzunehmen. Beide haben im ersten Lauf Fahrfehler begangen, die Giacomo schliesslich den Sieg gebracht haben.

Wir führten auch nach der Abfahrt die Rangliste in der Superkombination an. Doch die Slalomkünste reichten leider nicht aus, um Giacomo zu schlagen.

Im Super-G war die Angelegenheit äusserst knapp. Roland hatte kurz vor dem Ziel einen gravierenden Fahrfehler (Seine Richtung beim Sprung stimmte nicht) und wurde mit 0,2 Sekunden Rückstand Dritter. Ohne diesen Fehler hätte Roland den Super-G gewinnen können ... hätte... Philipp auf dem 2. Rang büsste lediglich 0,1 Sekunden ein. Wo er den Sieg vergeben hat ist nicht einfach zu erruieren. Ein kleinster Fahrfehler, einen kleinen Geschwindigkeitsverlust oder ein kleiner Fehler am Start könnte ausschlaggebend gewesen sein.

FAZIT: Giacomo wurde durch unsere Schweizer arg in Bedrängnis gebarcht. Seine Siege sind nicht mehr so überlegen wie damals in Seefeld. Wir haben definitiv Boden gut gemacht und wir haben aufgezeigt, dass er zu schlagen ist! Ich bin stolz auf die Leistungen unserer Herren (3xSilber, 3xBronze) und natürlich auch auf die hervorragende Arbeit unserer Crew (Ruth Lehmann, Hansueli Forrer und Rolf von Weissenfluh). Medaillen sind immer das Ergebnis eines Gesamtproduktes aus Fahrer, Material und Betreuung.

Bei den Damen ist das Teilnehmerfeld doch sehr gespalten: Einerseits haben wir Fahrerinnen, die bereits Weltcupeinsätze bei den Hörenden absolviert hatten und sich somit deutlich vom restlichen Feld absetzen:

Tereza Kmochova hatte schon 5 Weltcup- und 7 Europacupeinsätze und startete an der Alpinen Ski-Wm in Garmisch (Riesenslalom, Startnummer 60). Rea Hraski gehörte dem Kroatischen B-Kader an und auch Veronika Grygarova hat ähnliches Niveau, ebenso die nicht anwesende Petra Kurkova. Für unsere Damen wird es auch in Zukunft nicht möglich sein, in dieses Quartett einzudringen. Umso schwieriger wird es, falls die Amerikanerinnen Amanda Goyne und Kelly Duran wieder an Deaflympics oder WM teilnehmen werden.

DANKE

Nach Abschluss eines solchen Events ist es mir ein Anliegen „Danke“ zu sagen:

Ich bedanke mich bei meinem Team: ohne Ruth, Hansueli und Rolf wären die erreichten Resultate niemals möglich gewesen. Ich hoffe, wir werden auch in Zukunft weiter so gut zusammenarbeiten.

Ich bedanke mich bei unseren Sportlern: Die gewonnenen Medaillen sind auch für uns Betreuer Lohn für die vielen Trainingsstunden. Ganz speziell bedanke ich mich bei Roland Schneider. Es hat mich unheimlich gefreut, dass er zum Abschluss seiner Karriere doch noch an der EM teilgenommen hat, obwohl er eigentlich nicht mehr wollte: sein Abschied sollte ja in der Slovakei stattfinden… Ich bin überzeugt, dass seine Entscheidung in Davos zu fahren, die Richtige war. So kam er mit 3 Bronzemedaillen zu einem würdigen Ende seiner erfolgreichen Skikarriere im swiss deaf ski team. Bis heute durfte ich mit unserem Team 23 Medaillen nach hause bringen – Roland hat davon 11 gewonnen. Ich bin stolz, dass ich 14 Jahre sein Trainer sein durfte.

Ich bedanke mich beim OK der EM: Das Organisationskomitee hat grosse Arbeit geleistet und eine sehr schöne EM durchgeführt.

Ich bedanke mich bei der Destination Davos/Klosters. Bereits im Trainingslager anfangs Februar haben uns die Verantwortlichen in Pischa super unterstützt. Ein ganz spezieller Dank geht an Hans Meisser und Marcel Kunert. Ich komme jederzeit wieder gerne nach Pischa. Vielleicht bereits im Januar 2013, als Vorbereitung für die WM in Deutschland.

Ich bedanke mich beim SGSV: Wir geniessen mit unserem kleinen Team tolle Unterstützung vor und während der Wettkampfphase. Ich bedanke mich auch für das Vertrauen, welches ich vom Verband die letzten 14 Jahre erhalten habe und freue mich, auch weiterhin mit dem swiss deaf ski team arbeiten zu dürfen. Ein spezieller Dank an Roman Pechous, der immer ein offenes Ohr für meine/unsere Anliegen hat.

Ich bedanke mich bei den Medien: Radio Grischa, Tele Südostschweiz und Focusfive haben tolle Berichterstattungen im Vorfeld, während und nach der EM geamacht. Herzlichen Dank!

Ich bedanke mich bei unseren Ausrüstern: Die Skifirmen Salomon (Armin Portmann) und Head stellen unseren Athleten immer gutes Material zur Verfügung. Ohne diese Unterstützung wäre es kaum möglich, solche Ergebnisse zu erzielen.

Ich bedanke mich zusätzlich bei folgenden Personen und Institutionen: Anja Jöerg - FIS, Peter Läuppi - Swiss Ski, Ralph Pfäffli – Trainer Skicross, Michele Bonny – Trainer Telemark, Jonas Odermatt – Trainer BOSV JO, Patrick Marmet – Trainer BOSV Junioren, Familie Bumann – Hotel Alpin Saas Fee, Simon Frutiger – Simons Herberge, Peter Michel – Pistenchef Meiringen-Hasliberg

 

Skifahren ist längst zum Ganzjahressport geworden. Unsere Saison beginnt im Juni und endet Mitte April. Rund 30 Tage pro Jahr trainieren wir für die Rennen im Winter.

Ski Alpin ist die erfolgreichste Abteilung des Schweizerischen Gehörlosensportverbandes SGSV. An Europameisterschaften und Deaflympics wurden bereits viele Medaillen gewonnen.

Der Gehörlosensport ist nicht paralympisch. D.h. unsere Wettkämpfe finden nicht zusammen mit den Körperbehinderten statt. Unsere olympischen Wettkämpfe nennt man Deaflympics.